Logo

Die Schießstätte im Laufe der Zeit

Gründung

Nachdem am 14. Juni 1896 eine Feuerschützengesellschaft unter dem Namen "Königlich privilegierte Schützengesellschaft Starnberg" gegründet wurde, trafen sich die Mitglieder zunächst in der Schießstätte von Herrn Clement Obermayer, die sich auf dem Gelände zwischen dem jetzigen Kreiskrankenhaus und der Villa Lenbach befand.
Doch bald entschloss man sich wegen Unstimmigkeiten mit dem Verpächter mit der Königlich bayerischen Regierung zu verhandeln, um von ihr ein Grundstück am Hofbuchet zur Errichtung einer Schießstätte zu erwerben. Der Kaufpreis betrug damals 5000 Goldmark.
Die Grundsteinlegung für die neue Schießstätte war am 12. März 1902. Der Bau schritt schnell voran und bereits am 17. August 1902 fand ein Probeschießen verbunden mit dem Königsschießen statt.

Ausbau

Noch im Jahre 1902 wurde beschlossen, eine Salette (ein Gartenhaus) mit den Maßen 20m x 8m neben der Schießstätte zu erstellen. Manch ältere Starnbergerin oder älterer Starnberger kann sich noch erinnern, nach dem 2. Weltkrieg 1945 die ersten Tanzschritte in dieser Halle getan zu haben. In den sechziger Jahren wurde die Halle aber leider abgerissen.
Im Jahre 1903 wurde der Ausbau der Wirtswohnung beschlossen und in der Ostseite des Schützenhauses eine Marmortafel mit folgender Inschrift angebracht: "Erbaut A. D. 1902 von der Kgl. priv. Schützengesellschaft Starnberg unter Leitung des 1. Schützenmeisters Adolf Hirt."

Zwei Kriege

Die folgenden Jahre waren ausgefüllt mit Schießveranstaltungen und Festlichkeiten, bis dann der Weltkrieg 1914/18 und die unglückliche Folgezeit den Schießsport eindämmte und teilweise ganz zum Erliegen brachte. Erst am 23. März 1919 wurde beschlossen, den durch den Krieg unterbrochenen Schießbetrieb wieder aufzunehmen.
Im März 1921 wurde das elektrische Licht in der Schießstätte eingerichtet und im Juni 1927 wurde die Schießstätte an das Wasserversorgungsnetz der Stadt Starnberg angeschlossen.
Von 1942 bis 1948 legte der zweite Weltkrieg das Vereinsleben vollkommen lahm. Nach Kriegsende war durch die strengen Bestimmungen der amerikanischen Besatzungsmacht jeder Schießbetrieb und auch jede Vereinstätigkeit verboten, die Gesellschaft wurde aufgelöst und das Vereinsvermögen beschlagnahmt. Erst in den Folgejahren wurde erneut eine Schützengesellschaft gegründet und ab dem Jahre 1953 wurde durch unermüdlichen freiwilligen Arbeitseinsatz die in den Kriegsjahren und der Nachkriegszeit verwüstete und geplünderte Schießstätte mit den wenigen vorhandenen Mitteln wieder hergerichtet.

Neuaufbau

Im Oktober 1955 wurde eine Kegelbahn erbaut, der im Jahre 1956 eine zweite Bahn folgte. Bei der Eröffnung der Kegelbahnen am 25. März 1956 wurde in der oberen Kegelbahn eine Gedenktafel mit der Inschrift enthüllt: "Den Erbauern der Kegelbahnen, den Herren Eduard Dietrich, Xaver Brandl, Fritz Groll in Dankbarkeit gewidmet - 1956 - Kgl. priv. Feuerschützen Starnberg". Durch diese beiden Bahnen wurde der Erhalt und Fortbestand der Schießstätte, in finanzieller Hinsicht, gesichert.
Im Jahre 1961 wurde mit dem Abbruch des Sommerstandes begonnen, um auf diesem Areal eine Wirtswohnung und im 1. Stock einen Saal zu erbauen. Das Richtfest für die Wirtswohnung und den Saal fand am 4. August 1961 statt.
Im Juni 1963 wurde die untere Kegelbahn durch eine automatische Kegelaufstellvorrichtung modernisiert. Erst sechs Jahre später wurde dann auch die obere Kegelbahn mit einer neuen Asphaltbahn und einer Kegelbahnautomatik ausgestattet.
Im Januar und Februar 1973 wurde durch den Bau einer großzügigen Marmortreppe im Inneren der 1. Stock erst richtig erschlossen.

In jüngerer Zeit

Im Jahre 1994 wurde ein neues Flachdach über der Schießanlage errichtet und gleichzeitig der Parkplatz erweitert. Einige Jahre darauf wurde zudem der vordere Teil des Parkplatzes gepflastert, um die durch Regenwasser verursachten Pfützen und Löcher zu verhindern.
Im Jahre 2000 wurde die alte Aussentreppe durch eine neue und übderdachte Treppe ersetzt. Gleichzeitig wurde ein neuer, ebenfalls überdachter, Eingangsbereich erbaut.
Die alten Fliesen im ersten Stock wichen im Jahr 2004 neuen Fliesen, die den Räumlichkeiten eine größere Gemütlichkeit zukommen lassen. Gleichzeitig wurde ein großer Teil der Bestuhlung ausgetauscht.
Nach über 40 Jahren ohne echtes Gartenhaus wurde im Herbst 2008 ein neues Salette im Biergarten der Schießstätte erbaut.

— ergänzter Auszug aus "Die Chronik der Gesellschaft" von Otto Hölch

Familie Heinig als Pächter

Starnberg — Über 25 Jahre sind Ulla und Peter Heinig Pächter der Schießstätte. Das Gastwirtsehepaar hat sich in dieser Zeit durch eine solide gutbürgerliche Küche, gepflegte Getränke zu maßvollen Preisen und freundliches Entgegenkommen selbst bei ausgefallenen Wünschen eine Schar von Freunden und Stammgästen erworben. Die königlich-privilegierten Feuerschützen als Verpächter sind des Lobes voll. 1. Schützenmeister Werner Grenzebach: »Mit der Familie Heinig haben wir einen Glücksgriff gemacht. Dass Wirtsleute ein Vereinslokal über einen so langen Zeitraum und so gut führen, ist eine Seltenheit.« Grenzebachs Vor-Vorgänger Hans Saegmüller war es, der die Heinigs zur Übernahme der Schießstätte überredete. »Ursprünglich war ich sehr skeptisch« sagt Ulla Heinig. »Wegen der Kinder habe ich schließlich ja gesagt.« Die »Kinder« Thomas und Tanja, mittlerweile erwachsen und schon ausgezogen, haben in der Wirtswohnung in der Schießstätte und ihrer idyllischen Umgebung eine schöne Kindheit verbracht und in der Nachbarschaft Freunde und Spielgefährten gefunden, wie Ulla Heinig berichtet.

Die Eheleute Heinig haben das Gasthaus Schießstätte im Lauf der Jahre einer Vielzahl von Vereinen und Gruppierungen zu Treffs und Veranstaltungen zur Verfügung gestellt und ihnen eine Heimat gegeben. Heute treffen sich allwöchentlich zwei Bridge-Clubs und in unregelmäßigen Abständen der Starnberger Film- und Videoclub, die Jäger, Imker und Trachtler, VdK, Alpenverein und örtliche politische Gruppierungen. Für größere Gesellschaften, vielfach auch Hochzeiten, steht der Saal zur Verfügung, zwei Kegelbahnen dienen der Geselligkeit. Und wer sich schon mal über die fahrenden Zimmerleute gewundert hat, die sich ab und zu im Wirtsgarten versammeln, wird von Ulla Heinig aufgeklärt: »Wir sind für die Gesellen auf Walz Anlaufstelle, viele nennen uns im Zunftjargon Vater und Mutter.« Der Wirtsgarten ist im Sommer ein Anziehungspunkt für die Starnberger, die nicht weit fahren und trotzdem eine Oase der Ruhe und der Gastlichkeit vorfinden wollen. An einem Tag wird es allerdings ein bisschen laut: Zur Sonnwendfeier spielt die Hochberghauser Tanzlmusi, die Deandln und Buam des Heimat- und Volkstrachtenvereins stampfen zum Boarisch und alle, die solche Tradition lieben, stehen nach Einbruch der Dunkelheit um das prasselnde Johannifeuer. Dass man sich vorher am Halsgrat, das Peter Heinig gegrillt hat, und am hausgemachten Kartoffelsalat gestärkt hat, ist selbsverständlich.

Wie ist das alles im Familienbetrieb zu schaffen? Peter Heinig, gelernter Koch, schmeißt die Küche auch dann im Alleingang, wenn Hochbetrieb ist. Seine Frau Ulla, die das Kellnern von der Pike auf gelernt hat, ist meist am Schanktisch anzutreffen, hilft aber auch beim Auftragen aus. Dazu kommen erfahrene und flinke Stammbedienungen. Linda, seit 14 Jahren dabei, kennt die meisten Gäste und deren Wünsche. Hans, seit 18 Jahren im Hause, verblüfft immer wieder aufs neue durch seine Gedächtnisleistungen: bevor die Gäste, die zahlen wollen, ihren Verzehr ansagen können, nennt Hans bereits den Betrag, der zu zahlen ist – Speisen, Getränke und deren Preis sind bei ihm wie bei einem Computer gespeichert. Wenn Haus und Garten mit Gästen voll sind, helfen weitere Bedienungen oder auch die eigenen Kinder aus. Auf diese Weise können Heinigs auf die sehr unterschiedliche Auslastung der Schießstätte reagieren.

— Artikel von E. Denk

Der Schützenverein

Verpächterin des Gasthauses "Zur Schießstätte" ist die Königlich Privilegierte Feuerschützengesellschaft Starnberg, mit der die Familie Heinig jetzt schon seit 30 Jahren als Pächter zusammenarbeitet. Die Schießstätte hat eine der größten Schießanlagen im Landkreis mit einer 100 Meter Freianlage und Field Target Area. Außerdem sind die meisten Schießstände mit Computerelektronik ausgestattet.


Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Feuerschützengesellschaft Starnberg.